Bremer Fachtag Quartiersentwicklung
Transformation mutig gestalten – gemeinwohlorientiert, sozial, ökologisch
Warum dieser Fachtag?
Städte befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Klimakrise, steigende Bau- und Energiekosten, wachsende soziale Ungleichheiten sowie veränderte gesellschaftliche Ansprüche erhöhen den Druck auf bestehende Strukturen. Gleichzeitig besteht bei vielen Menschen der Wunsch nach Mitgestaltung und einem Gemeinwesen, das unterschiedliche Lebensentwürfe, Bedürfnisse und Perspektiven ernst nimmt.
Bremen entwickelt seit mehreren Jahren unterschiedliche Quartiere, die auch Umwandlungsprozesse im Bestand berücksichtigen. Die Ebene der Quartiere spielt in dieser Transformation eine zentrale Rolle, denn Quartiere tragen zur direkt erfahrbaren städtischen Lebensqualität bei. Sie können der Ort sein, an dem soziale Teilhabe, nachbarschaftliches Miteinander und ökologisches Handeln konkret werden.
Im Mittelpunkt des Fachtags stehen drei zentrale Themenbereiche
Gemeinwohlorientiert handeln und sozialen Zusammenhalt stärken
Unterschiedliche Lebens- und Ressourcenlagen prägen das städtische Miteinander, während sich Nachbarschaften wandeln und gesellschaftlicher Zusammenhalt fragiler wird. Vielfältige und teils widersprüchliche Interessen gehören jedoch zur Stadtgesellschaft. Quartiere können hierzu beitragen, indem sie Begegnung, Gemeinschaft, Teilhabe und transparente Kooperation fördern.
Bauen, Bestandsentwicklung und Wohnen transformieren
In vielen Gebäuden kommt es zu einer Veränderung der bisherigen Nutzungen, während Wohnraum knapp bleibt. Nachverdichtung, Umnutzung und zirkuläre Bauweisen bieten Potenziale, um Wohnraum zu schaffen, bestehende Strukturen zukunftsfähig weiterzuentwickeln und dabei sozialen Wohnungsbau, inklusives und sozial gemischtes Wohnen, gemeinschaftliche Freiraumnutzung und einen ressourcenschonenden Umgang mit Flächen zu kombinieren.
Klimaanpassung vorantreiben
Faktoren wie Hitze, Starkregen, begrenzte Flächen und Biodiversitätsverlust machen klimaresiliente und ressourcenschonende Lösungen notwendig. Das umfasst zum Beispiel blau-grüne Infrastrukturen, Umgang mit Hitze, wassersensible Gestaltungen im Freiraum und klimafreundliche Mobilität. Gleichzeitig braucht es eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung, um Quartiere zukunftsfähig auszurichten.
Der Fachtag
Die Bremer Heimstiftung, die Stiftung Friedehorst und die denkmalstadt veranstalten diesen Fachtag, um Beispiele aus Bremen und Deutschland zu diskutieren und der Frage nach den Gelingensfaktoren für eine gemeinwohlorientierte, soziale, ökologische und zukunftsfähige Transformation in Stadt und Quartier nachspüren.
Vorgestellt werden die drei Bremer Quartiersprojekte Ellener Hof, Hachez Quartier, Eldon-Burke-Quartier sowie weitere spannende Beispiele aus ganz Deutschland. Eine inspirierende Keynote, Impulsvorträge und Diskussionsrunden mit Projektbeteiligten, Bremer Akteuren und Vertreter:innen aus der Politik ergänzen das Programm.
Bremer Quartiersprojekte
Drei Quartiere im Fokus
Ellener Hof
Der Ellener Hof entwickelt als sozial-ökologisches Modellquartier Antworten auf die aktuellen Anforderungen an eine nachhaltige Quartiersentwicklung im Sinne der neuen Leipzig-Charta 2020. Hier entsteht im Bremer Stadtteil Osterholz ein Stadtquartier mit ca. 500 Wohneinheiten für etwa 1.000 Menschen. Die Gebäudetypologien umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnformen, wobei die Schaffung von sozial durchmischtem, generationenübergreifendem und inklusivem Wohnraum im Vordergrund steht. Neben den neuen Gebäuden ist der Ellener Hof geprägt durch die Belebung des neu genutzten und sanierten Bestands.
Hachez Quartier
Die denkmalstadt GmbH entwickelt in der Alten Neustadt in Bremen revitalisierte Industriegebäude zu einem lebendigen, vielfältigen Quartier. Die Stahlfabrik der historischen Schokoladenfabrik Hachez soll in ihrer Besonderheit bewahrt und durch zeitgemäße Nutzungen zu neuem Leben erweckt werden. Geplant sind sensible bauliche Ergänzungen, neue Freiflächen und die Öffnung des Quartiers für die Öffentlichkeit. Der sogenannte Klimaturm, eine zentrale Wärmepumpe, wird das Quartier mit Wärme und Kälte versorgen.
Eldon-Burke-Quartier
Auf dem Gelände der Stiftung Friedehorst im Bremer Stadtteil Lesum finden zurzeit die Pflege älterer Menschen, die berufliche Rehabilitation und die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen statt. Aufbauend auf einem Siegerentwurf eines städtebaulichen Wettbewerbs im Jahr 2024 ist ein Masterplan entstanden, der einen vergrößerten Park, eine Holzkirche und den markanten Baumbestand für einen gemeinschaftlich nutzbaren, inklusiven Ort für Alle ins Zentrum stellt. Ziel ist ein stärkerer Nutzungsmix auf dem Gelände, hinzu einem sozial-ökologischen Quartier mit einer Innenentwicklung für ein inklusives urbanes Leben.
Und über Bremen hinaus
Quartiersprojekte in Deutschland
BOB Campus in Wuppertal
Der BOB CAMPUS im Bezirk Oberbarmen wurde von der Montag Stiftung Urbane Räume in Kooperation mit der Stadt Wuppertal initiiert und in einem kooperativen Planungsprozess auf dem ehemaligen, 8.400 m² großen Fabrikgelände des August Bünger Bob-Textilwerks als multifunktionaler Stadtteilcampus neu entwickelt. Auf dem zuvor brachliegenden Außenbereich ist ein 4.500 m² großer öffentlicher Nachbarschaftspark entstanden.
Steingauquartier in Kirchheim unter Teck
Die Stadt Kirchheim unter Teck hat auf dem 3,5 ha großen Areal Grundstücke erworben und mittels Konzeptverfahren an Baugemeinschaften und lokale Bauträger vergeben. Entstanden ist ein zukunftsoffenes Stadtquartier mit etwa 375 Wohnungen in großer Wohnvielfalt und 25 gewerblichen Betrieben. Es sind unterschiedliche Formen des Familienwohnens, temporäre Wohnformen, kooperative und integrative Wohnmodelle vorhanden. Die allgemein zugänglichen privaten Innenhöfe wurden im planerischen Dialog entwickelt.
Prinz Eugen Park München
Auf dem 30 ha großen Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne in Bogenhausen ist ein neues Quartier mit etwa 1.800 Wohnungen entstanden. Davon sind fast 600 Wohnungen in einer Ökologischen Mustersiedlung in Holzbauweise errichtet worden. Zur Errichtung der Wohnanlagen hat sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen mit Genossenschaften, Baugemeinschaften und freien Bauträgern zu einem Konsortium zusammengeschlossen.
Programm
02.09.2026 – 03.09.2026
Praktische Informationen
Anmeldung & Hinweise
Anmeldung
Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung aller teilnehmenden Personen unter Angabe der gewünschten Teilnahmetage bis zum 26.06.2026 an fachtag_quartier@pt-projekte.de.
Falls mehr Registrierungen eingehen als Plätze zur Verfügung stehen, entscheidet das Los über die Teilnahme. Eine Information, ob Sie teilnehmen können, erhalten Sie nach dem 26.06.2026.
Übernachtung
Bei Interesse an einer oder mehr Übernachtungen in Bremen, melden Sie sich gern. Es stehen Kontingente im John & Will Silo Hotel zur Verfügung.
Barrierefreiheit
Wenn Sie Unterstützung für eine barrierearme Teilnahme benötigen, geben Sie uns bitte Bescheid – wir versuchen dies gerne zu ermöglichen.
Medienkontakt
Als Medienvertreter:innen können Sie sich gern per Mail für den Fachtag akkreditieren. Pressemitteilungen, Bildmaterial oder Interviewanfragen? Wir unterstützen Sie gern:
Martin Höche-Heemsath
Leitung PR und Marketing, Friedehorst
0421 6381 247
Kommunikation@friedehorst.de
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